Mauthaus, Reithalle, Theater

Mauthaus, Reithalle und Theater

Bevor es zu dieser für eine Kirche ungewöhnlichen Nutzung kam, diente das Gotteshaus Jahrhunderte lang den üblichen Zwecken. 

Nach der Gründung ihres Klosters um 1292 errichteten die Franziskaner im 14. Jahrhundert eine Kirche, die 1376 geweiht wurde. Ganz im Stile der Bettelordenskirchen bestand sie aus einem Ostchor ohne Kapellenkranz sowie einem dreischiffigen Langhaus. 

An die Stelle eines Turmes trat ein Dachreiter über dem Chor. Obwohl das Franzikanerkloster in der Reformationszeit aufgelöst wurde, diente die Kirche weiterhin dem Gottesdienst, aber auch der christlichen Kinderlehre.                       

Die Profanierung erfolgte erst im 19. Jahrhundert. Ab 1806 wurde die Kirche als Lagerhalle von Heu und Stroh für den Herresbedarf, nach dem Anschluss der Stadt Hof an das Königreich Bayern als Halle des bayerischen Mautamtes genutzt. 

1822 wurde in den Chor ein Theater eingebaut, während ein Teil des Langhauses als Reithalle diente.

Nach einem Teilabbruch 1867 musste die Kirche 1902 dem Neubau der Neustädter Schule weichen. 

Before it was put to this unusual use for a church, the place of worship served its usual purpose for centuries. 

After founding their monastery around 1292, the Franciscans built a church in the 14th century, which was consecrated in 1376. In the style of mendicant churches, it consisted of an east choir without a ring of chapels and a three-nave nave. 

A ridge turret above the choir replaced a tower. Although the Franciscan monastery was dissolved during the Reformation, the church continued to be used for worship, but also for Christian teaching of children.

It was not deconsecrated until the 19th century. From 1806 onwards, the church was used as a warehouse for hay and straw for military purposes, and after the town of Hof was annexed to the Kingdom of Bavaria, it was used as a hall for the Bavarian toll office. 

In 1822, a theatre was built into the choir, while part of the nave was used as a riding hall.

After partial demolition in 1867, the church had to make way for the new Neustadt School building in 1902. 

 

Než došlo k tomuto pro kostel neobvyklému využití, sloužil po staletí obvyklým účelům. 

Po založení kláštera kolem roku 1292 postavili františkáni ve 14. století kostel, který byl vysvěcen v roce 1376. Ve stylu kostelů žebravých řádů se skládal z východního chóru bez kaplí a třílodní lodi. 

Místo věže byl nad chórem postaven věžička. Ačkoli byl františkánský klášter v době reformace zrušen, kostel nadále sloužil k bohoslužbám, ale také k výuce křesťanství pro děti.

K jeho sekularizaci došlo až v 19. století. Od roku 1806 byl kostel využíván jako sklad sena a slámy pro potřeby armády a po připojení města Hof k Bavorskému království jako hala bavorského mýtného úřadu. 

V roce 1822 bylo v chóru zřízeno divadlo, zatímco část lodi sloužila jako jízdárna.

Po částečném zbourání v roce 1867 musel kostel v roce 1902 ustoupit nové budově školy Neustädter Schule. 

Die Klosterkirche Unserer Lieben Frau in Hof

Der Franziskanerorden ist ein katholischer Bettelorden, gegründet im Jahr 1209 vom Heiligen Franz von Assisi. Bettelorden wie der Franziskanerorden errichteten ihre Kirchen bewusst schlicht. Die Bauten bestanden meist nur aus dem Chor und dem Kirchenschiff – auf Türme, Vorhallen und Querschiffe wurde verzichtet. Der Chor war für die Mönche und ihre Gottesdienste bestimmt, das flach gedeckte Kirchenschiff diente der Gemeinde.

Das Franziskanerkloster in Hof entstand im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts. Bereits 1294 war die Kirche so weit fertiggestellt, dass sie geweiht werden konnte. Zwischen 1351 und 1376 wurde sie erheblich erweitert: Der Chor wurde verlängert und eingewölbt, es kamen zwei Seitenschiffe hinzu sowie ein Kreuzgang, der den Innenhof des Klosters umschloss. Der Chor erhielt ein Kreuzrippengewölbe, das Langhaus blieb mit einer flachen Holzdecke überdacht. Es gliederte sich in drei Schiffe. Das nördliche Seitenschiff, an das die Klostergebäude anschlossen, hatte ein eigenes Dach und lag nicht unter dem Hauptdach der Kirche. Im Innern wurde die Kirche mit Wandmalereien ausgestattet und erhielt eine Orgel.

Nach dem Hussiteneinfall am 25. Januar 1430, bei dem die Klosterkirche – wie auch andere Kirchen in Hof – schwer beschädigt wurde, wurde ein Ablassbrief zur Finanzierung des Wiederaufbaus ausgestellt.

Von der Klostergasse aus sah man den Chor mit einem großen Fenster, das durch vierteiliges Maßwerk gegliedert war. Auf der Giebelspitze befand sich ein kleiner Glockenturm. Die Giebelseite war 11,20 Meter breit, bis zum Dachrand maß die Kirche 13,50 Meter. Der Dachreiter, ein achteckiger Turm, ragte bis auf 21,75 Meter empor.

Es befand sich dort eine Turmuhr des Meisters Jakob Donti aus Padua. Der Chor hatte eine Länge von etwa 22,50 Metern. Vor dem Chorfenster stand im Innenraum der Hochaltar. Auf der Südseite befanden sich schlanke zweiteilige Fenster, während die Nordseite fensterlos blieb, da dort die Klostergebäude anschlossen.

Das Mittelschiff führte die Breite des Chorraums bis zur Westwand fort. Dort befand sich ein weiteres großes, vierteiliges Fenster. Das nördliche Seitenschiff, das teilweise als Kreuzgang fungierte, war kein echtes Seitenschiff, wodurch die Kirche sowohl innen als auch außen eine asymmetrische Erscheinung hatte. Das steile Satteldach überspannte das Mittelschiff und das südliche Seitenschiff und enthielt fünf Stockwerke. Der Dachfirst lag zehn Meter über der Kirchendecke.

Nach Enoch Widman war die Kirche bereits 1376 mit Gemälden geschmückt. Nach einem Brand im 15. Jahrhundert wurde die Decke mit farbig bemaltem Tafelwerk erneuert. Die hölzernen Felder trugen in der Mitte eine große bunte Rose in den Farben rot und gelb, als Symbol der Jungfrau Maria.

Die Kanzel, die sich nach der Reformation an der Nordseite am ersten Pfeiler befand, dürfte dort schon in katholischer Zeit gestanden haben. Auf dem Kanzeldeckel war folgender Bibelvers zu lesen:


„QUAERITE MORTALES PRIMUM COELESTIA REGNA ET RELIQUAE VOBIS ADJICIENTUR OPES.“
(„Suchet, ihr Sterblichen, zuerst das Himmelreich, so werden euch die übrigen Schätze zufallen.“ – Matthäus 6,33)

Seit 1445 befand sich nahe der Kanzel im nördlichen Seitenschiff – dem ehemaligen Kreuzgang – eine Kapelle, die von Magister Johannes Tortsch gestiftet worden war.

Eine Orgel wird bereits 1376 erwähnt. Sie dürfte sich im westlichen Teil der Kirche an einem Pfeiler befunden haben, wahrscheinlich handelte es sich um eine Schwalbennestorgel. Spätestens 1733 wurde sie durch ein neues Instrument ersetzt, das der Regierungsrat Christian Friedrich Petermann stiftete. An der Westwand befand sich auch die Nonnenempore. Die Laien betraten die Kirche durch das südliche Seitenschiff, während die Mönche über den Kreuzgang ins nördliche Seitenschiff gelangten.

Altäre in der Klosterkirche

Im Laufe der Zeit entstanden mehrere Altäre in der Kirche:

  • Ein Hauptaltar zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria mit St. Elisabeth und allen Engeln. 1376 geweiht.
  • Altar des Leichnams Christi gestiftet 1414 von der Burggräfin.
  • Unserer Lieben Frau Altar, errichtet 1438 von Johannes von Rabenstein, nahe dem Ausgang zum Friedhof.
  • Der Felix-und-Adauctus-Altar, gestiftet 1438 von Sittich von Zedtwitz.
  • Ein weiterer Altar, geweiht mehreren Heiligen: Maria Magdalena, Martha, Antonius und Benedikt.
  • Ein von Johannes Tortsch 1445 gestifteter Altar, aufgestellt in der von ihm gestifteten Kapelle.
  • St. Jobst Altar, später „Kreuzaltar“ genannt, gestiftet 1387 von Heinrich von Kotzau. Er war St. Nikolaus, Oswald, Jodokus, Katharina, Barbara und Clara gewidmet. 1486 umgebaut und renoviert.
  • Ein Altar der Heiligen Dreifaltigkeit, gestiftet von Ritter Ulrich Sack, mit einem Bild Gottes, der den gekreuzigten Sohn auf dem Schoß hielt; darüber schwebte der Heilige Geist in Form einer Taube.
  • Der Altar des Conrad von Töpen.
  • Jakobusaltar zu Ehren der Wallfahrten nach Compostella

Begräbnisstätte der Hofer Oberschicht

Die Klosterkirche war Ruhestätte zahlreicher Adliger und verdienter Bürger Hofs. Zu den Bestatteten zählten Mitglieder der Familien von Orlamünde, Geilsdorff, Pappenheim, Redwitz, Reitzenstein, Wolffersdorf, Schaumberg, Waldenfels, Waldeck, Wildenstein, Sparneck, Schweinshaupt, Feilitzsch, Rabenstein, Lüchau und viele weitere. Kunstvoll gemeißelte Epitaphe wiesen daraufhin.

Veränderungen nach der Reformation

Zwischen 1543 und 1546 erhielt die Kirche nach der Reformation einen neuen Zugang von der Stadtseite her. Der Hochaltar wurde an die Westseite der Kirche verlegt, die dort befindliche Schmiedekapelle wurde abgerissen. Auch die Tortsch-Kapelle wurde entfernt.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurden weiterhin bedeutende Persönlichkeiten in der Kirche beigesetzt. Danach verfiel sie jedoch zunehmend. 1696 wurde sie umfassend renoviert: neue Decke, neue Emporen, Treppen, Fenster und Kirchengestühl. Bei diesem Umbau wurden alle Altäre bis auf einen entfernt, der für den evangelischen Gottesdienst notwendig war.

Nach der Wiedereinweihung trug die Kirche den Namen „Bei der Heiligen Dreifaltigkeit“.

1754 zeigte sich, dass sich freitragende Querbalken durchgebogen hatten. Das steile gotische Dach wurde daraufhin durch ein barockes Walmdach mit freitragendem Hängegebälk ersetzt.

Vom Gotteshaus zum Mehrzweckbau

1806 wurde die Kirche während der Napoleonischen Kriege als Lager für Heeresbedarf zweckentfremdet.

1822 wurde der gewölbte Chorraum in ein Theater umgewandelt. Von der Klosterstraße betrat man einen Vorraum, von dem aus zwei Treppen zu Emporen führten. Im Parterre gab es 12 Sitzreihen mit je 12 Plätzen. Das Orchester hatte einen Raum von 8 × 2 Metern, die Bühne maß 6 × 6 Meter, mit zusätzlicher Hinterbühne von 4 Metern Tiefe. Insgesamt bot das Theater Platz für 588 Zuschauer. Es bestand ein fester Abonnentenstamm, und man war bemüht, qualitätsvolle Ensembles und deren Leiter zu engagieren.

1826 wurde das Langhaus zur Reithalle umfunktioniert

1863 durfte der Hofer Turnverein diese im Winter ebenfalls nutzen.

1894 errichtete Adolf Pfaff das Kolosseum in der Schützenstraße – ein geräumiger Theatersaal mit Galerie und Bühne. Das Theater zog dorthin um, und im ehemaligen Chor der Mönche kehrte Stille ein.

1902 wurde die Kirche für den Neubau der Neustädter Schule vollständig abgebrochen. Mit dem Abriss verschwand ein bedeutendes Zeugnis mittelalterlicher Baukunst und religiösen Lebens aus dem Stadtbild Hofs – unwiederbringlich. Was einst Ort des Gebets, der Kunst und der Gemeinschaft war, lebt heute nur noch in den Spuren der Geschichte und der Erinnerung weiter.