Ein gelungener Brückenschlag
Ein gelungener Brückenschlag
Die wachsende Fabrikvorstadt östlich der Saale erforderte bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert dringend eine Verbindung zur unteren Stadt. Daher baute man im Jahr 1899 zunächst als Fußgängerbrücke den „Eisernen Steg“, den der Volksmund „Teppichsteg“ taufte – nach der nahegelegenen Teppichfabrik Bareuther & Cie. (heute Teil des Geschäfts- komplexes am östlichen Saaleufer).
Das rasante Wachstum des „Baugenossenschaftsviertels“ derseits der Enoch-Widman-Straße nach dem Zweiten Weltkrieg machte schließlich den Bau einer modernen Straßenbrücke, der Michaelisbrücke von 1980, unumgänglich.
Nur wenige Meter flussaufwärts errichtet, wurde der Teppichsteg entbehrlich, der in leicht veränderter Form zur Landesgarten- schau 1994 als „Textilsteg“ unweit der Friedrich-Ebert-Brücke wieder aufgebaut wurde.
Heute zählt die Michaelisbrücke, von der man einen schönen Blick auf den markant hervorspringenden Chor der namengebenden Kirche hat, zu den meistbefahrenen Brücken Hofs.
By the turn of the 20th century, the growing factory suburb to the east of the Saale was in urgent need of a link to the lower town. Consequently, in 1899, the ‘Eiserner Steg’ (Iron Footbridge) was built, initially as a pedestrian bridge, which came to be known locally as the ‘Teppichsteg’ – after the nearby Bareuther & Cie carpet factory (now part of the business complex on the eastern bank of the Saale).
The rapid growth of the ‘housing cooperative district’ on the other side of Enoch-Widman-Straße after the Second World War eventually made the construction of a modern road bridge, the Michaelisbrücke of 1980, unavoidable.
Built just a few metres upstream, the Teppichsteg became redundant; it was rebuilt in a slightly modified form for the 1994 State Garden Show as the “Textilsteg”, not far from the Friedrich-Ebert-Brücke.
Today, the Michaelisbrücke, from which one has a fine view of the strikingly prominent choir of the eponymous church, is one of Hof’s busiest bridges.
Rostoucí tovární předměstí na východ od Saaly si již na přelomu 19. a 20. století naléhavě vyžádalo spojení s dolní částí města. Proto byl v roce 1899 nejprve postaven jako lávka pro pěší „Eiserner Steg“, kterou lidové povědomí pokřtilo jako „Teppichsteg“ – podle nedaleké továrny na koberce Bareuther & Cie. (dnes součást obchodního komplexu na východním břehu Saaly).
Rychlý růst „čtvrti stavebních družstev“ na druhé straně ulice Enoch-Widman-Straße po druhé světové válce nakonec učinil nevyhnutelnou výstavbu moderního silničního mostu, Michaelisbrücke z roku 1980.
Postavený jen pár metrů proti proudu řeky, stal se koberecový most zbytečným a v mírně pozměněné podobě byl znovu postaven jako „textilní most“ nedaleko mostu Friedrich-Ebert-Brücke pro Landesgartenschau 1994.
Dnes patří most Michaelisbrücke, ze kterého je krásný výhled na výrazně vystupující chór stejnojmenného kostela, k nejfrekventovanějším mostům v Hofu.
Obere Steinerne Brücke
Seit alters liegt Hof an einer zentralen vertikalen Verkehrsachse in Mitteleuropa, heute dargestellt durch die Autobahn A 9.
Schon im Mittelalter führte die „Via imperii“ von Italien kommend über den Brenner nach Augsburg, Nürnberg, Hof, Zwickau, Leipzig und von dort weiter bis an die Ostsee bei Stettin. Im Bereich des heutigen Stadtgebietes von Hof überquerte die Fernstraße die Saale.
Der Stadthistoriker Friedrich Ebert nimmt an, dass sie ursprünglich durch die Pfarr führte und anschließend mittels einer Furt den Fluss kreuzte. Aber bereits die Anlage eines Mühlgrabens parallel zur Saale in Richtung Obere Mühle und Kappelmühle machte den Bau einer hölzernen Brücke notwendig. Im 14. Jahrhundert wurde der Saaleübergang erstmals in massiver Bauweise ausgeführt und die Obere Steinerne Brücke geschaffen.

Hof (im Vordergrund), Gefrees und Bayreuth in einer Zusammenschau (Quelle: Reise, Rast
und Augenblick. Mitteleuropäische Stadtansichten aus dem 16. Jahrhundert. Dettelbach
2002, S. 107. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Verlages J.H. Röll)
Untere Steinerne Brücke
Als ab 1230 die Neustadt von Hof erbaut wurde, verlegte man auch die Fernstraße dorthin. Sie verlief nun zwischen dem Oberen und dem Unteren Tor durch die Stadt.
Wegen des Steilufers der Saale beim heutigen Theresienstein musste die Straße in der Vorstadt im rechten Winkel nach links geführt werden, bevor sie dort die Saale queren konnte. Wann die Untere Steinerne Brücke gebaut wurde, ist nicht überliefert.
Eine Abbildung aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zeigt sie mit einem ansehnlichen Brückenturm auf der Stadtseite.
Die Michaelisbrücke
Ein drängendes Problem wurde die Brückenfrage in Hof erst wieder mit der Industrialisierung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Da die Textilindustrie mit ihren dampfgetriebenen Maschinen die Nähe der Saale bevorzugte, entstanden zahlreiche Industriebetriebe entlang des rechten Flussufers. Diese Fabrikvorstadt weitete sich durch den Zuzug von Arbeitern und eine insgesamt rasant ansteigende Bevölkerungszahl zu einem ansehnlichen Wohnviertel aus.
Eine neue Konstruktion der Oberen Steinernen Brücke (heute Friedrich-Ebert-Brücke), der Neubau der – zunächst hölzernen – Angerbrücke sowie die Anlage des sog. „Teppichsteges“ brachten auf Dauer keine spürbare Entlastung für den innerstädtischen Verkehr über die Saale. Als sich aber mit der Gründung der Bayerischen Beamtenfachhochschule und der Hochschule Hof im Osten der Stadt der Bau eines völlig neuen Viertels abzeichnete, war ein leistungsfähiger Brückenschlag unumgänglich.
Die bereits 1980 fertiggestellte Brücke erhielt ihren Namen von der in Blickweite liegenden großen Stadtkirche, der Michaeliskirche. Dank der Brücke entwickelte sich schon bald die Verbindung Kulmbacher Straße – Sigmundsgraben – Graben – Enoch-Widman-Straße zur wichtigsten innerstädtischen West-Ost-Verkehrsachse.




