Die Kapellmühle

An der Saale hellem Strande

lagen nicht nur Burgen, sondern auch viele Mühlen, die vom Saalewasser angetrieben wurden. 

In seinem Hausbuch beklagte der Hofer Apotheker Walburger im Jahr 1652, dass wegen starken Frostes die Saale mit ihren Nebenarmen eingefroren war, so dass die „Becken allhier am heiligen cristabendt keine Weynachtssemmel haben backen, viel weniger verkauffen können“. 

Für die Lebensmittelversorgung waren die Mühlen unabdingbar – man ließ das eigene Getreide in einer nahen Mühle verarbeiten. Im Bereich des heutigen Stadtgebietes befanden sich im 14. Jahrhundert vier Getreidemühlen. Seit dem 16. Jahrhundert bestand die Papiermühle in Moschendorf, die erste der Markgrafschaft.

Im gleichen Jahrhundert wurde die Alsenberger Mühle als Schlag-, Polier- und Schleifmühle errichtet.

Als Wäschemangel („Mang“), Walkmühle, Flachs- und Leinenbreche waren mehrere Mühlen ins Textilgewerbe integriert. 

Die Gebäude der ersten großen Textilfabrik Hofs auf der anderen Saaleseite zeigen, dass auch in der Zeit der Industrialisierung das Wasser der Saale zur Produktion benötigt wurde.

Lediglich für den Beruf des Fischers war die Saale wenig geeignet: Im Jahr 1495 wurden in Hof zwölf Müller, aber nur ein Fischer gezählt.

- Die Kapellmühle (links) am Mühlgraben, der ab 1934 verfüllt wurde.

 
 

were not only castles, but also many mills that were powered by the waters of the Saale. 

In 1652, the pharmacist Walburger from Hof complained in his house book that the Saale and its tributaries had frozen over due to severe frost, so that the ‘basins here on the holy Christmas Eve could not bake any Christmas rolls, much less sell them’. 

The mills were indispensable for the food supply - they had their own grain processed in a nearby mill. In the 14th century, there were four grain mills in what is now the town centre. The paper mill in Moschendorf, the first in the margraviate, had existed since the 16th century.                                                           

In the same century, the Alsenberg mill was built as a beating, polishing and grinding mill.

Several mills were integrated into the textile industry as laundry mangles (‘Mang’), fulling mills, flax and linen crushers. 

The buildings of Hof's first large textile factory on the other side of the Saale show that even during the period of industrialisation, the water of the Saale was needed for production.

Only for the profession of fisherman was the Saale less suitable: In 1495, twelve millers but only one fisherman were counted in Hof.

- The Kapellmühle (left) on the millrace, which was filled in from 1934.

stály nejen hrady, ale také mnoho mlýnů, které poháněly vody řeky Saale. 

V roce 1652 si lékárník Walburger z Hofu ve své domovní knize stěžoval, že Saale a její přítoky kvůli silným mrazům zamrzly, takže „zdejší pánve na svatý Štědrý den nemohly upéct žádné vánočky, natož je prodávat“. 

Mlýny byly pro zásobování potravinami nepostradatelné - v nedalekém mlýně si nechávali zpracovávat vlastní obilí. Ve 14. století byly v dnešním centru města čtyři mlýny na obilí. 

Papírna v Moschendorfu, první v markrabství, existovala již od 16. století.

 

Ve stejném století byl postaven mlýn v Alsenbergu, který sloužil k tlučení, leštění a mletí.           

Několik mlýnů bylo začleněno do textilního průmyslu jako mandly na praní prádla („Mang“), plnírny, drtičky lnu a plátna. Budovy první velké textilní továrny v Hofu na druhé straně řeky Saale ukazují, že i v období industrializace byla voda řeky Saale potřebná pro výrobu.


Pouze pro povolání rybáře bylo Saale méně vhodné: V roce 1495 bylo v Hofu napočítáno dvanáct mlynářů, ale pouze jeden rybář.

- Kapellmühle (vlevo) na mlýnském náhonu, který byl od roku 1934 zasypán.

Die Kapellmühle

Die Kapellmühle dürfte ebenso alt sein wie die „Neue Stadt“ und wurde vermutlich eigens für diese gebaut. Ursprünglich war die Mühle mit Wehr und Mühldamm eine landesherrliche Anlage. 1345 wird sie urkundlich erwähnt, als die Vögte von Weida sie vom Hofer Bürger Primatsch kauften und an den Bürger Herdein von Schutfeld veräußerten. Bereits 8 Jahre später, 1353 kauften dann die Nonnen des Clara-Klosters, unter der Äbtissin Gertrud von Uttenhofen, die Kapellmühle. 1497 verfügte sie über ein Mahlwerk mit fünf Gängen, eine Schlagmühle (Hammermühle) sowie eine Walkmühle für Tuch und Leder.

Die Kapellmühle, zu Füßen der Michaeliskapelle, der späteren Michaeliskirche, gelegen, wurde vom Mühlbach angetrieben, dessen Wasser zuvor aufgestaut wurde. Dadurch entstand ein Stadtteich, der sogenannte Teich der Stadtgemeinde. Seine Fläche reichte bis über das Obere Bad hinaus und wurde durch einen Damm von der Saale abgegrenzt. Stege überbrückten den Mühlgraben und die Saale und trugen den Namen „Die hohen Stege“. Unterhalb der Kapellmühle, beim Ausfluss des Mühlgrabens in die Saale, befand sich das Farbhaus der Tuchmacher.

Um 1500 wird der Müller der Kapellmühle erstmals erwähnt. Er wohnte in der „Ersten Gasse“, die in der Neustadt aber auch auf der Insel zwischen der freien Saale und dem Mühlgraben zu finden war. Einige Gerber lebten ebenso dort. Durch das Michaelistürlein, das unmittelbar neben der Michaeliskirche lag, führte ein Weg zum Mittleren Bad und zur Kapellmühle. 1788 wurde der Durchlass durch die Stadtmauer als „Kapellmühlpförtlein“ bezeichnet.

Wiederaufbau der Mühle

Die Äbtissin Agnes von Hirschberg musste 1502 Geld für den Wiederaufbau der Mühle aufnehmen – vermutlich, weil sie beschädigt worden war oder renoviert werden musste. Während der Kämpfe der siebenwöchigen Belagerung von Hof, im Markgräfler Krieg, 1553, erlitt die Anlage weitere Schäden: Der Mühldamm musste danach ausgebessert und das Wehr neu gebaut werden. 1592 wurde das Mühlwerk im Inneren erneuert. Als 1635 anstelle der „Hohen Stege“ eine fahrbare Brücke errichtet wurde, musste die Mühle umgebaut werden. Der Eselsstall, der im Weg stand, wurde an den Fuß des Kirchbergleins unter die sogenannten Felsen verlegt.

Das Gebäude der Mühle umfasste neben dem Mühlwerk wohl auch die Wohnung des Müllers. 1657 wurde die baufällige Kapellmühle komplett neu errichtet. 1722 fiel sie einem Großbrand zum Opfer, bei dem auch die Gerberhäuser auf der kleinen Insel zerstört wurden. Nur zwei Häuser blieben übrig. Die Gegend unterhalb der Michaeliskirche trug damals den Namen „Im süßen Loch“. Bereits 1737 ereignete sich ein weiterer Brand. 1957 wurde die Kapellmühle schließlich abgerissen, um Platz für die Verbesserung einer doppelten Straßenbiegung zu schaffen.

Besitzer der Kapellmühle

Über die Besitzer der Kapellmühle im 18. und 19. Jahrhundert sind wir durch ein Mitglied des Langnamenvereins informiert, da verwandtschaftliche Beziehungen bestehen.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Mühle von dem Bürger und Müller Johann Heinrich Wild (07.07.1770 - 23.05.1829) betrieben, der auch Eigentümer war. 1799 heiratete er in Hof die wohlhabende Rosina Margaretha Keyser, geb. Hübner, gesch. Keyser, die aus der Steinmühle bei Helmbrechts stammte. 

Das Paar hatte drei Töchter. Eine von ihnen heiratete den Müller, Christoph Philipp Hagenmüller, sie verstarb bereits 1847 in Hof. Ein Kind von ihr überlebte, der Junge Friedrich Gotthelf.

Die Geschichte der Kapellmühle

Christoph Philipp Hagenmüller heiratete noch zweimal. Seine letzte Ehefrau war für die Kinder aus den vorherigen Ehen eine böse Stiefmutter, wie man sie aus Märchen kennt. Sie hinterging den Sohn aus erster Ehe, Friedrich Gotthelf Hagenmüller (18.11.1845 – 07.08.1929) indem sie ihn seines Pflichtteil-Erbes beraubte, ihm den Schulbesuch trotz herausragender Leistungen verweigerte und ihn nicht am Familientisch essen ließ. Sie nutzte ihren Einfluss auf ihren 23 Jahre älteren Mann, um ihre Absichten durchzusetzen und ihre eigenen vier Kinder zu begünstigen.

Dennoch erbte der Sohn aus erster Ehe von Christoph Philipp Hagenmüller, Friedrich Gotthelf Hagenmüller, schließlich die Kapellmühle von seiner Tante Catharina Wild. Diese war die Schwester seiner Mutter Dorothea Regina Hagenmüller, geb. Wild. Catharina Wild war unverheiratet und Eigentümerin der Kapellmühle. Sie hatte die Mühle von ihrem Vater Johann Heinrich Wild geerbt.

Der letzte tätige Müller und Besitzer der Kapellmühle war noch 1952 Leo Krüger. Das Gebäude wurde, wie schon erwähnt, 1957 abgebrochen.

 

Die Geschichte der Kapellmühle ist eine Erzählung von Höhen und Tiefen, von Zerstörung und Wiederaufbau, von menschlichen Konflikten und familiären Bindungen. Sie spiegelt nicht nur die Entwicklung eines Bauwerks wider, sondern auch die wechselvollen Lebensgeschichten ihrer Bewohner. Heute erinnert sie uns daran, wie eng persönliche Schicksale mit der Geschichte eines Ortes verwoben sein können – eine Verbindung, die den Charme und die Identität vergangener Zeiten bewahrt.